Einführung
Eine Architekturbewertung zielt darauf ab festzustellen, ob eine Architektur für einen vorgesehenen Zweck geeignet ist. Die Bewertung kann von internen Architekten einer Organisation oder externen Fachexperten während oder nach dem Entwurfsprozess durchgeführt werden, sobald die Architektur (oder zumindest Teile davon) entworfen wurden. Externe Fachexperten können eine Architektur objektiv betrachten und spezielles Fachwissen sowie ihre Erfahrungen einbringen. Verschiedene Szenarien erfordern eine schlanke Architekturbewertung zur Unterstützung der Entscheidungsfindung und Planung. Zu diesen Szenarien gehören beispielsweise Due-Diligence-Prüfungen im Rahmen von Fusionen und Übernahmen (M&A), Investitionsentscheidungen im Zusammenhang mit Softwaresystemen, die Identifizierung und grobe Einschätzung von technischen Schuldung oder die Skalierung von Start-ups.
Die Durchführung von Architekturbewertungen ist jedoch eine Frage von Kosten und Nutzen, die von der Bedeutung der Entscheidung und Anzahl potenzieller Alternativen abhängt. Daher müssen Umfang und Tiefe einer Architekturbewertung auf das jeweilige Szenario abgestimmt werden. Um eine objektive Entscheidungsfindung zu unterstützen, müssen Architekturbewertungen zudem auch heikle Probleme aufzeigen. Die wird insbesondere durch die Bewertung durch externe Experten unterstützt, da diese keine vorgefasste Meinung zur Architektur haben, d.h. sie gewährleisten eine neutrale Bewertung der Architektur.
Ein effizienter und effektiver Bewertungsansatz muss flexibel und inkrementell sein und sich zunächst auf die Breite und erst danach auf die Tiefe konzentrieren, was durch ein T-förmiges Modell illustriert werden kann (siehe Abbildung 1).
Abbildung 1: Inkrementelle Architekturbewertung – Zunächst in die Breite, dann in die Tiefe
Darüber hinaus müssen die schlanken Architekturbewertungen und deren Ergebnisse in Bezug auf die Zeit, das Budget und die Qualität planbar sein.
Ziele
Das sog. Rapid Architecture Assessment Tool (RAAT) und unsere entsprechende Beratungsleistungen ermöglichen eine schnelle Architekturbewertung zur Unterstützung der Entscheidungsfindung und Planung. Sie zielen darauf ab, Warnsignale und Bereiche zu identifizieren, die einer weiteren detaillierteren Untersuchung bedürfen (siehe Abbildung 2).
Abbildung 2: Ziele des sog. Rapid Architecture Assessment Tool (RAAT) und unserer entsprechenden Beratungsdienstleistungen
Im Rahmen einer inkrementellen Architekturbewertung konzentriert sich der Workshop zur schlanken Architekturbewertung zunächst auf eine erste, umfassende Bewertung der Architektur durch einen externen Fachexperten. Das Fachwissen und die Erfahrungen eines externen Fachexperten werden genutzt, um eine effiziente und effektive Architekturbewertung durchzuführen.
Ansatz
Architekturen sind per se nicht gut oder schlecht. Sie sind vielmehr mehr oder weniger geeignet für einen bestimmten Zweck, der durch die geschäftlichen und technischen Ziele einer Organisation definiert wird. Daher kann eine Architektur nur im Kontext spezifischer Ziele bewertet werden. Innerhalb der Disziplin der Softwarearchitektur hat sich jedoch eine Reihe von grundlegenden Prinzipien herausgebildet, die bei der Konzeption und Weiterentwicklung einer Architektur beachtet werden sollten. Diese Prinzipien werden entweder als prozessbezogene oder als architekturbezogene Prinzipien klassifiziert. Wenn eine Organisation und/oder Architektur nicht mit einem dieser Prinzipien übereinstimmt, bedeutet dies nicht automatisch, dass der architekturbezogene Prozess oder die Architektur fehlerhaft ist. Es sollte jedoch als Warnsignal betrachtet werden, das weiter untersucht werden sollte.
Das Rapid Architecture Assessment Tool (RAAT) nutzt diese grundlegenden Prinzipien, um eine schnelle Architekturbewertung zu strukturieren und zu erleichtern. Das RAAT besteht aus zwei Teilen: einer Bewertung der Architekturprozesse und einer Bewertung der Architektur selbst, d.h. der architektur-bezogenen Strukturen (siehe Abbildung 3).
Abbildung 3: Bestandteile und Schwerpunktthemen des Rapid Architecture Assessment Tool (RAAT)
Innerhalb jedes Teils gibt es verschiedene Schwerpunktthemen, die sich an den grundlegenden Prinzipien orientieren. Zu jedem Prinzip gibt es mehrere Analysefragen, die den Bewertungsprozess strukturieren und leiten.
Das RAAT wird im Rahmen eines unserer Beratungsdienstleistungen eingesetzt, die in eine Vorbereitungs-, Workshop- und Dokumentationsphase strukturiert ist (siehe Abbildung 4).
Abbildung 4: Überblick des Workshops zur schnellen Architekturbewertung und Rapid Architecture Assessment Tools (RAAT)
Im Rahmen der Vorbereitungsphase verschaffen wir uns einen groben Überblick über die Ausgangssituation einer Organisation und deren Architektur. Wir befragen Stakeholder, Architekten und Entwickler und analysieren vorhandene Architekturmodelle und -dokumente. Darüber hinaus kann der Workshop entsprechende der individuellen Kundenanforderungen maßgeschneidert werden, d.h. der Umfang und die Schwerpunkte können individuell festgelegt werden.
In der Workshop-Phase werden das Rapid Architecture Assessment Tools (RAAT) und die dazugehörigen Analysefragen für eine Bewertung der Architekturprozesse und -strukturen herangezogen. Die Bewertungsprozess wird durch den externen Fachexperten geleitet und die Analysefragen werden gemeinsam durch alle Workshop-Teilnehmern erarbeitet. Darüber hinaus werden Warnsignale und Bereiche zu identifiziert, die einer weiteren Untersuchung bedürfen. In der Dokumentationsphase werden diese Warnsignale und Bereiche dokumentiert sowie durch Verbesserungsvorschläge ergänzt.
Weitere Informationen
Wir stellen Ihnen gerne weitere Informationen zur diesem Workshop zur Verfügung. Über die folgenden Kanäle können Sie uns kontaktieren.




